Geschichte

Ermöglicht wurde der Neubau des stationären Hospizes in Ludwigshafen vor allem durch den Nachlass der Eheleute Gerda und Dr. Heinz Bauer aus Ludwigshafen. Beide waren eng mit der Kirche verbunden und hatten bereits Ende der 80er Jahre beschlossen, das nach dem Tod des Längerlebenden vorhandene Vermögen karitativen Zwecken zuzuwenden. Ein entsprechender Erbvertrag war bereits 1986 von dem späteren Testamentsvollstrecker – der seit dieser Zeit mit der Sache befasst ist – entworfen und durch einen Notar beurkundet worden.
 
Gerda Bauer, geborene Graf
Geboren im Juli 1921 in Mannheim
Gestorben im Oktober 1992 in Ludwigshafen

Dr. Hans Heinz Friedrich Bauer
Geboren im Juni 1922 in Ludwigshafen
Gestorben im April 2000 in Canobio (Italien)
 
Testamentsvollstrecker beider Eheleute
Dr. jur. Josef Morweiser, Rechtsanwalt, Ludwigshafen
 
Gerda Bauer, selbst krebskrank, beschäftigte sich in der Zeit danach sehr intensiv mit der Hospizidee und besonders mit der Möglichkeit der Errichtung von stationären Hospizen. Sie hatte ständigen Kontakt mit der deutschen Hospizbewegung. Zahlreiche Unterlagen und Leserbriefe aus dieser Zeit zeigen ihr Interesse und ihre Betroffenheit über die bestehenden Zustände. Sie und ihr Mann nahmen auch von Mai bis Juli 1992 an einem Grundseminar „Sterbende begleiten“ im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen teil. Darüber hinaus hatten sie Verbindung zu verschiedensten Einrichtungen aufgenommen, die der Förderung der Hospizidee dienen konnten.

Das Ehepaar Bauer war kinderlos. Beide stammten aus wohlhabenden Ludwigshafener Familien und wohnten zuletzt auf der Parkinsel in Ludwigshafen. Dr. Bauer betrieb eine Praxis als Internist, in der auch seine Ehefrau mit tätig war. Aus den Unterlagen und nach Berichten von Bekannten zeigt sich, dass die beiden sozial und kirchlich sehr aktiv waren.
Beide Eheleute bestimmten durch letztwillige Verfügung, dass das nach dem Tod des Längstlebenden vorhandene Vermögen im Wesentlichen dem Caritasverband der Diözese Speyer vererbt werden sollte. Der von beiden Eheleuten als Testamentsvollstrecker eingesetzte Ludwigshafener Rechtsanwalt Dr. Josef Morweiser hat 1992 für die Erblasser mit dem Caritasverband folgende Vereinbarung getroffen. „Der Caritasverband für die Diözese Speyer e.V., vertreten durch den 1. Vorsitzenden, hat das zugewandte Vermögen für die stationäre Hospizhilfe in kirchlich-karitativer Trägerschaft der Katholischen Kirche, nach Möglichkeit im Raume Ludwigshafen, zu verwenden.“

Der genaue Betrag des Vermächtnisses steht seit Ende 2003 fest. Nach umfangreichen Bemühungen gelang es dem Testamentsvollstrecker, einen Gesamtbetrag von über 2 Millionen Euro zusammen zu tragen.

Auszug aus einem Leserbrief von Gerda Bauer an die Bistumszeitung Der Pilger vom 13. August 1991: „ … Kein Mensch, auch Christus als Gottes Sohn, will und wollte sterben. Dies schließt ja nicht aus, in christlichem Sinne mit den Leidenden über Tod und das ewige Leben bei Gott zu sprechen. … In diesen Häusern helfen Hoffnung und tatsächliche Erfolgsaussichten die körperlichen und seelischen Leiden der Patienten zu lindern und das Sterben zu erleichtern.